
«Gelassenheit ist eine anmutige Form des Selbstbewusstseins.»
Steffi, Coach Front Desk
Schon seit langer, langer Zeit fasziniert der Mythos "Eiger" und seine Nordwand die Menschen. Was ist Wahrheit, was Fiktion? Die vielen Geschichten und Mythen um den Eiger sind einfach fesselnd...
In einer Verkaufsurkunde heisst es zum 1. Mal "ad montem qui nominatur Egere" - bis zum Berg, der Eiger heisst. Somit ist der Eiger der erste Gipfel der Schweizer Hochalpen, der nachweisbar einen Namen trägt.
Dem irischen Gelegenheitsbergsteiger Charles Barrington gelingt am 11.8. zusammen mit den einheimischen Bergführern Christian Almer und Peter Bohren über die Westflanke die Erstbesteigung des Eigers (3970 m).
Die Engländerin Lucy Walker ist die 1. Frau auf dem Eiger. Ihr Führer ist wie immer der Berner Oberländer Melchior Anderegg.
Eröffnung der Station Eigergletscher (2320 m).
Eröffnung der Station Eigerwand (2865 m).
Eröffnung der Station Eismeer (3159 m).
Der japanische Bergsteiger Yuko Maki (der 1. professionelle Bergsteiger Japans) begeht am 10.9. erstmals mit Fritz Amatter, Fritz Steuri und Samuel Brawand den Mittellegigrat.
Erste Skibesteigung am 18.5. durch den Engländer Arnold Lunn und die Schweizer Fritz Amacher, Walter Amstutz und Willy Richardet. Aufstieg und Abfahrt über den Eigergletscher. Vom nördlichen Eigerjoch (3614 m ) steigen die vier zu Fuss weiter über den Südgrat auf den Gipfel. Erbauung und Einweihung der von Yuko Maki gestifteten Mittellegihütte (3355 m).
Bei einem 1. Versuch klettern die Deutschen Willy Beck und Georg Löwinger im Juli bis in etwa 2900 m Höhe der eigentlichen, 1800 m hohen Nordwand und retten sich ins Stollenloch der Jungfraubahn.
Erster, ernsthafter Durchsteigungsversuch der Nordwand: Die Münchner Max Sedlmayr und Karl Mehringer steigen am 21.8. auf einer direkten Route ein und erfrieren am 25.8. nach mehrtägigem Unwetter in einer Wandstelle auf 3300 m, die seither Todesbiwak heisst.
Die Deutschen Andreas Hinterstoisser und Toni Kurz, der Oesterreicher Willi Angerer und Edi Rainer steigen am 18.7. getrennt ein, schliessen sich zusammen, ziehen am Quergang das Seil ab (womit sie sich den Rückweg verbauen), müssen im Unwetter umkehren, das Schicksal schlägt grausam zu: Drei kommen am 21.7. in Rufweite des Streckenwärters der Jungfraujochbahn um, während Toni Kurz am folgenden Morgen unerreichbar im Seil hängend vor den Augen der Retter stirbt. Sein gnadenloses Ende ist neben dem Absturz von vier Alpinisten bei der Erstbesteigung des Matterhorns 1864 der bekannteste Unfall der Alpinismusgeschichte.
Der Staat Bern verbietet noch im Juli, die Eigernordwand zu begehen. Er muss aber seinen Erlass wegen rechtlicher Mängel nur vier Monate danach wieder aufheben. Im Frühling 2007 wird ein Film mit dieser Tragödie auf der Kleinen Scheidegg gedreht.
Die 1. Frau in der Nordwand: Die Genferin Loulou Boulaz zusammen mit dem Landsmann Pierre Bonnant. Umkehr am 21.7. auf 2700 m.
Erste Durchsteigung der Eigernordwand durch die Deutschen Anderl Heckmair und Ludwig Vörg und die Oesterreicher Fritz Kasparek und Heinrich Harrer vom 22. bzw. 21. - 24.7. Heckmair ist der Leader. Der Aufstieg wird nicht nur von unten verfolgt, sondern auch vom Flugzeug aus. Das Foto vom Berner Fotograf Hans Steiner der vier Erstbegeher auf dem Brüchigen Band und im Brüchigen Riss geht um die Welt. Die Nachricht der Besteigung ebenfalls. Die Nazis schlachten den Erfolg der deutsch-östereichischen Seilschaft hemmungslos aus - sozusagen das sportliche Symbol für den Anschluss Oestereichs an das Deutsche Reich. Im Verlag der Nazis erscheint das Erfolgsbuch "um die Eiger-Nordwand".
Erste geglückte Rettung aus der Wand. Der Italiener Claudio Corti wird nach neun Tagen in der Wand am 11.8. von einer freiwilligen Rettungsschar aus vielen Ländern vom Gipfel mit dem Stahlseil aus den Ausstiegsrissen geholt. Die Rettung seines Gefährten Stefano Longhi scheitert. Vom Westgrat aus höhren Retter seine letzten Worte: "fame, freddo!" Seine Leiche wird 2 Jahre als makabre Sensation am Eiger hängen bleiben. Und erst 1961, mit dem Fund der Leichen der deutschen Mitkletterer Günter Notdurft und Franz Mayer in der Westflanke, wird der arme Corti von jedem Verdacht an einer Mitschuld ihres Verschwindes befreit. Zum 50-jährigen Jubiläum dieses Dramas wird das Buch "Corti-Drama" mit spektakulären Bildern herausgegeben.
Ein holländischer Verleger sponsert die Bergung der Leiche von Longhi durch einheimische Führer, will dafür aber exklusiv berichten und versucht sogar, den Luftraum um den Eiger für fremde Reporterflugzeuge zu sperren.
Die Schweizerin Loulou Boulaz versucht es Ende Juli erneut, zusammen mit drei anderen Landsleuten die Nordwand zu bezwingen. Ein Schlechtwettereinbruch erzwingt allerdings den Rückzug aus der Rampe.
Die Leiche von Karl Mehringer wird Anfang September am Rande des 2. Eisfeldes gefunden.
Viertägiger Versuch einer Direktroute im bitterkalten Januar. Die Deutschen Werner Bittner, Reiner Kauschke, Peter Siegert und Gerd Uhner lassen sich von der deutschen Zeitung "Bild" sponsern. Aber sie erreichen die im Vertrag abgemachte Mindesthöhe in der Wand nicht.
Als 1. Frau durchsteigt die Münchnerin Daisy Voog mit ihrem Begleiter die Eigernordwand. Es ist gleichzeitig die 51. Begehung der Heckmair-Route.
Bei den Dreharbeiten für den Hollywood-Thriller "the Eiger Sanction" wird der Amerikaner Dave Knowles am 13.8. durch Steinschlag getötet. Hauptdarsteller Clint Eastwood beim 1. Tiefblick in die Wand: "oh, shit - let's get the hell out of here!"
Im September der 1. Deltaflug vom Eigergipfel durch den Schweizer Jürg Frey.
Erster Gleitschirmflug vom Eigergipfel am 23.9. durch den Franzosen Pierre Gevaux.
Der Franzose Bruno Gouvy surft am 29.4. mit dem Snowboard über die Westflanke hinab.
Erste Nachtrettung aus der Wand am 31.1.: Ein erschöpftes, schlecht ausgerüstetes Schweizer Bergsteigerehepaar fordert per Funk vom Götterquergang den Helikopter an. Trotz Nacht und schwierigsten Windverhältnissen gelingt es dem Piloten und seinen Mithelfern, die beiden aus der Wand zu retten.
Der Bergführerverein Grindelwald erichtet die 12-plätzige Eiger-Ostegg-Hütte (2320 m) am nordöstlichen Ausläufer des Mittellegigrates.
Das Schweizer Fernsehen sendet am 9. und 10.9. in Zusammenarbeit mit dem Südwestfunk "Eiger-Nordwand-Live": Vor und mit laufenden Kameras klettern zwei Bergführer-Seilschaften (Evelyne Binsack, Stephan Siegrist, Ralf Dujmovits und Hansruedi Gertsch aus Grindelwald) auf der Heckmair-Route durch die Nordwand. Die Sendung ist ein Grosserfolg und wird auch im Internet übertragen. Eiger - die vertikale Arena. Weltweit.
Eröffnung des Klettersteigs auf den Rotstock.
Im Mai erstellt der Bergführerverein Grindelwald am Platz der alten Mittellegihütte eine neue, grössere Hütte mit 24 Plätzen. Ein Helikopter fliegt die alte Mittellegihütte en bloc an ihren neuen Standort auf einer Anhöhe oberhalb der Station Eigergletscher, wo sie nun als Museum dient.

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